Freitag, September 30, 2005

Abitur (siehe Archiv 12. Mai 2005)

Mit Enttäuschung müssen wir berichten, dass Genodoe und Gabriel die Abiturprüfungen leider nicht bestanden haben. Sie fanden im Mai 2005 statt und diese Woche wurden endlich die Resultate veröffentlicht. Die beiden gehörten zu den ersten vom Waisenhaus, die diese Prüfung ablegten. Genodoe fiel in einem Fach durch und Gabriel in zwei Fächern. Insgesamt gab es in Bangladesh über 400.000 Abiturprüflinge. Von denen bestanden 59 % und 41 % fielen durch. Genodoe und Gabriel wollen es im März 2006 erneut probieren. Bis dahin findet für die beiden keine Schule statt, sondern sie müssen sich selbst Wissen aneignen oder Privatlehrer nehmen. Pisa-Studie hin, Pisa her - das Schulsystem in Bangladesh braucht eine tiefgreifende Reform.

Mittwoch, September 28, 2005

Was Hannah in der Schule lernt - Evolution



Hannah, die in die 5. Klasse der William Carey Academy in Chittagong geht, lernte in der vergangenen Woche etwas, dass ich hier gern weitergeben möchte:
"Evolution ist eine Irrlehre, die besagt, dass sich der Mensch langsam vom Affen her entwickelt hat."
Für uns ist es ein Vorrecht, dass wir in unserer Stadt eine solche Schule haben und Hannah dorthin schicken können.

Samstag, September 24, 2005

Bibliothek und Studierzimmer



Beim Bau dieser beiden Räume geht es gut voran. Colleen ist gerade dabei, die Farben für die Wände und Decken herauszusuchen. Die Deutsche Botschaft in Dhaka hat uns für den Bau die Finanzierung in Höhe von 7.300,- Euro zugesichert. Nach dem Innenausbau werden wir Geld für Regale, Tische und Stühle benötigen. Außerdem habe ich für die Bibliothek eine Klimaanlage auf dem Herzen - bei 9 Monaten um die 30° Grad, denke ich, eine gute Investition.

Sonntag, September 18, 2005

Ermutigung



In der vergangenen Woche sprachen wir im "Home of Love" über das Thema "Geben" in Form von Geld, aber auch Zeit, Aufmerksamkeit, Einbringen seiner Talente und Worte der Ermutigung. Wir konnten uns an Zeiten erinnern, in denen wir uns einsam und entmutigt gefühlt haben oder müde waren, und wie wir uns in diesen Zeiten über Hilfe gefreut haben. Wenn wir anderen helfen, werden wir selber gesegnet. Um das ganze praktisch umzusetzen, schrieben wir daraufhin alle Briefe der Ermutigung für andere. Die Kinder schrieben für die Mitarbeiter, diese wiederum für die Kinder usw. Schon nach kurzer Zeit gab es überall im Raum beschriebene gelbe, rosa und blaue Zettelchen. Das war eine tolle Erfahrung und alle waren sichtbar fröhlich. Thomas war in der Sonntagsschule und ich legte die "Briefe der Ermutigung" für ihn zur Seite. Beim Lesen mussten wir lachen, denn einer schrieb: "Onkel, Du bist ein guter Autofahrer.", und ein anderer schrieb: "Danke, dass Du gute Pläne für uns hast.".
Warum setzt Du dich nicht einfach hin und schreibst eine Ermutigung für jemanden? Man braucht nicht viel Zeit, aber es kann deinem Nächsten soviel bedeuten.

Sonntag, September 11, 2005

Neue Kinder im "Home of Love"


Alio

So heißen die beiden Brüder, die am 17. August ins Waisenhaus gebracht wurden. Die Mutter war sehr krank und starb. Gideon und Alio haben einen Vater, der sich aber nicht um die Kinder kümmern kann. Der Onkel der beiden, ein Freund von uns, brachte die Kinder ins Waisenhaus. Gideon ist wahrscheinlich gute 4 Jahre alt und sein Bruder Alio 6 oder 7 Jahre. Niemand wusste den genauen Geburtstag oder Monat der beiden! So haben wir den festgelegt. Gideon kann nur sehr wenig Bengali, die Landessprache, da er in einem Bergstamm (Tripura) mit einer eigenen Sprache aufgewachsen ist. Sein älterer Bruder hingegen versteht sich darin schon recht gut, und wir haben ihn in die Kindergartenklasse unserer Grundschule eingeschult. Die beiden haben sich schon gut eingelebt.


Gideon

Mittwoch, September 07, 2005

Geben ist seliger als nehmen



Als Colleen kürzlich einkaufen ging wurde sie ganz begeistert von ihrer Bettlerfreundin und deren Töchtern begrüßt. Innerhalb weniger Minuten waren alle wichtigen Fragen gestellt und beantwortet. Sie erzählte stolz, dass sie wusste, dass wir nun bald kommen würden, denn sie hatte sich schon mehrmals bei uns zu Hause danach erkundigt. Außerdem erzählte sie, dass sie dringend Kleider für ihre Mädchen braucht, denn durch die Regenzeit geht alles kaputt und nichts trocknet. Beim Verlassen des Geschäftes bekam Colleen von der Bettlerin einige Stangen Zuckerrohr zugesteckt. Als sie protestierte und den Umfang ihrer Arme mit dem ihren verglich, sagte diese, dass das Zuckerrohr ja für das Baby (Ruben) sei. Colleen musste schmunzeln, denn mittlerweile hatten sie die Aufmerksamkeit von vielen unbeteiligten Passanten erregt. So ließ sie sich überreden und nahm das Zuckerrohr mit. Ihr hättet das große Lächeln der Bettlerin und das Wohlwollen aller Zuschauer sehen sollen. Wie heißt es in der Bibel: "Geben ist seliger als nehmen".

Sonntag, September 04, 2005

Moshi und Deborah



Jeden Morgen (außer Freitag) gegen 8.30 Uhr begeben sich ca. 20 Kinder vom Waisenhaus auf den Weg in unsere Grundschule. Diese befindet sich auf dem Waisenhausgelände, und die Kinder brauchen keine 4 Minuten, um dorthin zu gelangen. Auf dem Bild seht ihr Moshi und Deborah in ihren Schuluniformen.