Morgenspaziergang
Hier ein Artikel von Markus Hochbaum geschrieben:
Fünf Uhr. Die rotgelbe Sonne, taucht die überfluteten Reisfelder in ein leuchtendes hellgrün. Zwei dicke Schlösser eines Eisengitters, welches das Waisenhaus vor nächtlichen Überraschungen schützen, trennen uns von der staubigen Straße. Nach dem Durchqueren verlassen wir die Anlage durch das quietschende Tor. Vorbei am Generator, der das Waisenhaus in den ständigen Unterbrechungen mit Strom versorgt und vorbei am Nachtwächter, der tagsüber als Torwächter arbeitet. Das Dorf ist ruhig. Die ersten Bengalen im Rock, hier Lungi genannt, sind verschlafenen Blickes auf dem Weg zu einem der Tümpel, die als Geschirrspüler, Waschmaschine, Badewanne und Fischteich zugleich dienen. Wir wandern entlang der asphaltierten Zubringerstraße zur Hauptstraße. In einem der zahlreichen zumeist noch durch Schlösser und Bretter verschlossenen Geschäften dampft ein Ofen. Eine schmale Gestalt rollt auf einem schäbigen Holztisch Brotfladen, welche er anschließend mit einem dumpfen Geräusch an die Wand eines Feuersteinofens knallt oder in heißem Öl brät. Bei den ersten müden Gästen, welche sich auf den Pritschen niederlassen, handelt es sich zumeist um Rickshawfahrer. Bekleidet sind sie mit Lungi, alten Hemden, deren Brusttaschen vom ein und ausgehenden Geld ausgebeult sind. Ihre dreirädrigen bunten Untersätze stehen einige Hütten weiter. Sie sind mit dicken Klingeln versehen, welche sich in wenigen Stunden mit den Hupen der Autos und Busse zum Dauergeräusch der Straßen vereinen werden. Zu ihren Füßen liegt eine Hundebande mit abgeknickten Ohren, zerfressenen Mündern und nackten Hautstellen. Tagsüber streifen sie durch die Dörfer auf der Suche nach Nahrung in ständiger Vorsicht vor fliegenden Steinen. Wir passieren einen der Hindutempel, dessen Spitze im Morgenlicht schimmert. Die sich mehrenden Passanten verbeugen sich hier kurz im Vorübergehen, starren uns mit offenen Mündern an, während wir weitereilen oder ihnen ein "Guten Morgen" zuwerfen. Aus den mit Ziegeln gebauten Wegen drängen nun Frauen und Kinder. Erste in bunte und schillernde Gewänder getaucht, die sie nebst ihrem leichten Gang inmitten des einsetzenden Straßenchaoses zu Gestalten einer anderen Welt werden lassen. Ihr Weg führt sie zur Hauptstraße, von wo aus sie einen Bus zu einen der zahlreichen Fabriken nehmen, in denen Textilien für alle Welt genäht werden. Ihre Kinder tragen Schuluniform, ein Überbleibsel der Engländer. Meist weiß in Kombination mit grün oder blau. Ihr Weg führt sie in einfache Baracken in denen sie die Litaneien der Lehrer in einer Vorsprech- Nachsprechmethode wiederholen. In der Ferne sehen wir einige Bauern mit riesigen Wasserbüffeln die Felder pflügen. Die Sonne steigt höher, die Hitze erhöht sich. Wir eilen zurück zum Waisenhaus, wo der Klang der Glocke zum Aufstehen ruft. In der Küche wird bereits von einer kleinen Gruppe Brotteig gerollt, deren Fladen über der offenen Flamme gebacken werden. Aus allen Ecken trappen die Schritte in Richtung Gemeinschaftsraum. Jeder schnappt sich ein Kissen und lässt sich auf der Jungen oder Mädchenseite nieder. Schon bald leiten die Gesänge der Morgenandacht den Tag ein.
Fünf Uhr. Die rotgelbe Sonne, taucht die überfluteten Reisfelder in ein leuchtendes hellgrün. Zwei dicke Schlösser eines Eisengitters, welches das Waisenhaus vor nächtlichen Überraschungen schützen, trennen uns von der staubigen Straße. Nach dem Durchqueren verlassen wir die Anlage durch das quietschende Tor. Vorbei am Generator, der das Waisenhaus in den ständigen Unterbrechungen mit Strom versorgt und vorbei am Nachtwächter, der tagsüber als Torwächter arbeitet. Das Dorf ist ruhig. Die ersten Bengalen im Rock, hier Lungi genannt, sind verschlafenen Blickes auf dem Weg zu einem der Tümpel, die als Geschirrspüler, Waschmaschine, Badewanne und Fischteich zugleich dienen. Wir wandern entlang der asphaltierten Zubringerstraße zur Hauptstraße. In einem der zahlreichen zumeist noch durch Schlösser und Bretter verschlossenen Geschäften dampft ein Ofen. Eine schmale Gestalt rollt auf einem schäbigen Holztisch Brotfladen, welche er anschließend mit einem dumpfen Geräusch an die Wand eines Feuersteinofens knallt oder in heißem Öl brät. Bei den ersten müden Gästen, welche sich auf den Pritschen niederlassen, handelt es sich zumeist um Rickshawfahrer. Bekleidet sind sie mit Lungi, alten Hemden, deren Brusttaschen vom ein und ausgehenden Geld ausgebeult sind. Ihre dreirädrigen bunten Untersätze stehen einige Hütten weiter. Sie sind mit dicken Klingeln versehen, welche sich in wenigen Stunden mit den Hupen der Autos und Busse zum Dauergeräusch der Straßen vereinen werden. Zu ihren Füßen liegt eine Hundebande mit abgeknickten Ohren, zerfressenen Mündern und nackten Hautstellen. Tagsüber streifen sie durch die Dörfer auf der Suche nach Nahrung in ständiger Vorsicht vor fliegenden Steinen. Wir passieren einen der Hindutempel, dessen Spitze im Morgenlicht schimmert. Die sich mehrenden Passanten verbeugen sich hier kurz im Vorübergehen, starren uns mit offenen Mündern an, während wir weitereilen oder ihnen ein "Guten Morgen" zuwerfen. Aus den mit Ziegeln gebauten Wegen drängen nun Frauen und Kinder. Erste in bunte und schillernde Gewänder getaucht, die sie nebst ihrem leichten Gang inmitten des einsetzenden Straßenchaoses zu Gestalten einer anderen Welt werden lassen. Ihr Weg führt sie zur Hauptstraße, von wo aus sie einen Bus zu einen der zahlreichen Fabriken nehmen, in denen Textilien für alle Welt genäht werden. Ihre Kinder tragen Schuluniform, ein Überbleibsel der Engländer. Meist weiß in Kombination mit grün oder blau. Ihr Weg führt sie in einfache Baracken in denen sie die Litaneien der Lehrer in einer Vorsprech- Nachsprechmethode wiederholen. In der Ferne sehen wir einige Bauern mit riesigen Wasserbüffeln die Felder pflügen. Die Sonne steigt höher, die Hitze erhöht sich. Wir eilen zurück zum Waisenhaus, wo der Klang der Glocke zum Aufstehen ruft. In der Küche wird bereits von einer kleinen Gruppe Brotteig gerollt, deren Fladen über der offenen Flamme gebacken werden. Aus allen Ecken trappen die Schritte in Richtung Gemeinschaftsraum. Jeder schnappt sich ein Kissen und lässt sich auf der Jungen oder Mädchenseite nieder. Schon bald leiten die Gesänge der Morgenandacht den Tag ein.

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